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Familie begrüßt Großeltern am Fenster

Nähe trotz abstand

Wie wir mit Ritualen durch die Krise kommen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

diese Woche hat mich eine Fotografin am Fenster meiner Erdgeschosswohnung besucht und mich durch die Scheibe fotografiert. „Fenstergast“ heißt das in der Corona-Krise entstandene Projekt. Die Idee: „Ihr schaut zu mir heraus und ich schaue zu euch herein.“ Die Welt hinter Glas, etwas unwirklich. Für mich passt dieses Bild gut zur jetzigen Situation.
Als ich vor einem Monat als BR-Volontärin meinen Ausbildungsmonat in der Redaktion „Religion und Orientierung“ begonnen habe, stand ich morgens noch in der vollen U-Bahn, mittags saß ich mit den Kollegen beim Essen in der Kantine. Vorzeichen von Corona waren die leeren Weihwasserbecken in den Kirchen, über die ich berichtet habe, und die Tatsache, dass sich bei einem Dreh für das BR-Fernsehen Ministerpräsident Söder und Kardinal Marx wie Teenager mit dem Ellbogen statt mit Handschlag begrüßten.
Inzwischen finden bis nach Ostern keine öffentlichen Gottesdienste mehr statt, die U-Bahn ist morgens leer – genauso wie viele Büros in der Redaktion. Die Kollegen arbeiten im Homeoffice, und wer das nicht kann, drückt sich im Gang mit größtmöglichem Abstand aneinander vorbei. Auch bei Drehs müssen Kameraleute, Autoren und Interviewpartner Sicherheitsabstand halten, und das ist richtig und wichtig.
Ich bin froh, dass sich auch in der Corona-Krise noch Menschen finden, die uns trotz der räumlichen Distanz noch nah an sich heranlassen – im übertragenen Sinn. Die uns erzählen, wie sie auch in dieser Zeit Gemeinschaft im Glauben erfahren – zum Beispiel dank neuer Rituale – und dass der Glaube für sie im Moment so wichtig ist wie lange nicht oder sogar so wichtig wie noch nie.

Ihre Ariane Dreisbach

Kreuz auf einem Grab mit der Aufschrift "Wir vermissen Dich"

Abschied nehmen

Beerdigungen in Zeiten von Corona

Inzwischen ist es Alltag auf den Friedhöfen: Beerdigungen nur im kleinsten Kreis, die Aussegnungshalle darf nicht betreten werden, es gibt keine Erde, kein Weihwasser. Erst vor ein paar Tagen wurden die Bestimmungen noch einmal verschärft: Nur noch zehn Menschen dürfen zur Beerdigung, eine Liste mit den Namen der teilnehmenden Trauernden muss vorliegen und nur der engste Familienkreis darf dabei sein. Das gilt wohlgemerkt für alle, nicht nur für am Corona-Virus Verstorbene.

Mehr zum Thema sehen Sie auch am kommenden Montag, 6. April, um 18 Uhr in der Abendschau im BR Fernsehen.

Corona und die Religionen

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Kirche und corona

Interview mit Heinrich Bedford-Strohm

Die Kirchen sind geschlossen, es finden keine öffentlichen Gottesdienste statt, die Menschen sind mehr oder weniger zu Hause eingeschlossen. Was gibt ihnen Halt und Trost in dieser außergewöhnlichen Situation? Darüber haben wir in dieser Woche mit dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gesprochen. In der kommenden Woche ist der katholische Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, zu Gast in unserer Sendung „Stationen“.

 
Zur Sendung
Rabbiner Elias Dray / Imam Benjamin Idriz

Videobotschaften

Rabbiner und Imam: "Es wird vorübergehen"

Auch Synagogen und Moscheen bleiben nun schon in der dritten Woche in Folge geschlossen. Jüdische Gläubige müssen in diesem Jahr zudem das Pessach-Fest, das in der kommenden Woche beginnt, zu Hause feiern."Es wird vorübergehen", so der Amberger Rabbiner Elias Dray in seiner Videobotschaft. Imam Benjamin Idriz von der Islamischen Gemeinde Penzberg beschäftigt sich hingegen mit der Frage, ob die Corona-Pandemie eine Strafe Gottes ist.

 
Zu den Videos
Dietrich Bonhoeffer

Zum 75. Todestag

Wem gehört Dietrich Bonhoeffer?

Unter der Beschuldigung des Hochverrats wurde der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer am 9. April 1945 von den Nazis im KZ Flossenbürg ermordet. Auch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg galt er vielen Deutschen weiterhin als Landesverräter. Heute aber halten ihn viele für den evangelischen Heiligen schlechthin; selbst fundamentalistische und evangelikale Gruppen in Deutschland und den USA sehen in ihm ein Vorbild. In jüngerer Zeit loben sogar politisch ganz rechts stehende Bewegungen Bonhoeffer für seinen heldenhaften Widerstand gegen den Nazi-Staat und unterstellen, er hätte auch gegen Präsident Obama, Kanzlerin Merkel und die Flüchtlinge bei uns Widerstand geleistet. "Wem gehört Dietrich Bonhoeffer?" - diese Frage stellt Norbert Reck in unserer Sendung "Evangelische Perspektiven". 

Eine ausführliche Radiosendung über das Leben Dietrich Bonhoeffers hören Sie am kommenden Freitag, 10.04.2020, um 11:05 Uhr auf Bayern 2.

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt wird 40

In dieser Woche feierte die Universität Eichstätt-Ingolstadt ihren 40. Geburtstag. Als einzige katholische Universität im deutschsprachigen Raum bildet sie Theologen, aber auch Pädagogen, Wirtschaftswissenschaftler und Journalisten aus - auch viele Kolleginnen und Kollegen im Bayerischen Rundfunk haben hier studiert. Wir wünschen alles Gute!

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